Zeppelin

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Zeppeliner im Japanfieber

Am nächsten Tag war die gesamte Besatzung des LZ 127 zum Mittagessen in das Offizierskasino eingeladen worden. Neben zahlreichen japanischen Offizieren nahm daran auch ein japanischer Admiral teil. ‚Albert Sammt erinnert sich: „Mir gegenüber saß Dr. Eckener und neben ihm der Admiral. Neben den japanischen Eßstäbchen hatte man uns auch europäisches Besteck, also Messer, Löffel, Gabel, vorgelegt. Wir versuchten natürlich mit den Stäbchen zu essen, was mehr oder weniger gelang. (…) Da die Japaner (…) ihre Stäbchen benützen, werden Speisen wie Fleisch und Gemüse in kleine Streifen geschnitten serviert. Ich dachte mir: ‚Aha, daher kommt wohl das Gerücht, daß die Japaner Regenwürmer essen!‘ – so sah das nämlich wirklich aus. Der Admiral hat natürlich seine Stäbchen wunderbar gehandhabt, er hat selbst die glitschigsten Nudeln zwanzig bis dreißig Zentimeter aus dem Teller gehoben und dann in den Mund gesaugt. Das funktionierte hervorragend, hat aber geschmatzt und geschlürft. Auf einmal sagte Dr.…

Ein Pferd rast…

Nachdem Max Geisenheyner das Luftschiff gelenkt hatte, war er völlig erschöpft. Doch ließ er sich von Knut Eckener noch den vor Erschütterungen sicheren Kreiselkompass zeigen, bevor er in seiner Kabine verschwand und vorsichtig die wackelige Aluminiumleiter hinaufstieg, um seinen Kabinengenossen Kauder nicht zu wecken. In der Zwischenzeit hatte LZ 127 den Fluss Jenissej erreicht. Die Zeppeliner suchten den kleinen Ort Imbatsk, der ihnen als Wetterstation bekannt war. Sie waren unsicher, ob Imbatsk südlich oder nördlich von ihrer aktuellen Position aus lag. Hugo Eckener entschied, entlang des Flusses nach Norden zu fahren. Er erinnert sich an eine Zwischenfall: „Wir fuhren also über dem majestätischen Fluß nach Norden zu, und in der Tat sahen wir dann nach einer kleinen Viertelstunde die Station nahe vor uns liegen. Es war ein ärmliches kleines Dorf von vielleicht 25 – 30 Hütten. (…) Wenn Imbatsk 25 Hütten hatte, als wir es erreichten, hatte es nur noch…

Unendliche Weiten …

Es war der 16. August, der zweite Reisetag der „deutschen“ Weltfahrt. Wieder einmal konnte der Journalist Max Geisenheyner vor lauter Aufregung nicht schlafen und verließ gegen zwei Uhr morgens seine Schlafkabine, um nichts zu verpassen:

An Bord des LZ 127 „Graf Zeppelin“

Während Hugo Eckener auf seinem „Sorgensitz“ darüber nachdachte, welche Route das Luftschiff nehmen sollte, schrieben Lady Drummond Hay und ihre Kollegen unermüdlich alles auf, was sie sahen und erlebten. Anschließend wurden die Texte als Telegramm in die Welt geschickt. Auch Dr. Megias, der spanische Arzt, sandte viele Telegramme an das spanische Königshaus, an seine Freunde und Verwandten.

Gespannte Vorfreude

Als LZ 127 am 10. August 1929 in Friedrichshafen landete, hatten die Weltreisenden bereits rund 7.000 Kilometer zurückgelegt. Hans von Schiller fasst die erste Etappe noch einmal kurz zusammen:

„Am Abend des 8. August verließ dann das wiederum überbesetzte Schiff New York und landete am Geburtstage Dr. Eckeners, am 10. August, nach einer Rekordzeit von 55 Stunden und 19 Minuten in Friedrichshafen.“

Die Wettfahrt um die Welt beginnt …

Der Auftakt

Vor der großen Fahrt um die Welt wurde LZ 127 gründlich gewartet und erprobt. Am ersten August 1929 hob der Zeppelin unter der Führung von Luftschiffkapitän Dr. Hugo Eckener in Friedrichshafen ab. Eckener beschreibt die erste Strecke nach Lakehurst:
„Sie dauerte volle 95 Stunden, weil sie teilweise gegen stürmische Westwinde durchzukämpfen war. Um so wertvoller war sie daher für die Erprobung der Motoren, die sich glänzend bewährten.“

Im Zeppelin rund um den Globus

Tausende von Kilometern hatte es schon erfolgreich zurückgelegt, das Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“, von einigen auch liebevoll nur „Der Graf“ genannt. Vermehrt kam der Wunsch auf, LZ 127 solle doch nach so vielen glücklich absolvierten Fahrten endlich einmal die Welt umrunden. Dr. Hugo Eckener, Luftschiffkapitän und der Geschäftsführer der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, war die Idee nicht unsympathisch, doch mussten zuvor zwei grundlegende Fragen geklärt werden: „Die erste Frage war: Wer bezahlt diese Fahrt? Die zweite war: Welchen Weg kann man nehmen? Die Kosten der Reise mußte man wenigstens auf eine Million Reichsmark schätzen (…) Wie sollte man dies Kosten aufbringen? Von der deutschen Regierung war wegen ihrer damals noch sehr spröden Haltung gegenüber dem Zeppelinschiff wenig zu erhoffen. Wir mußten uns in der Hauptsache selbst helfen.“ In dieser Situation sprang der amerikanische Medienmogul William Randolph Hearst in die Bresche und bot den Zeppelinern an, die Hälfte der Reisekosten zu…

Zwischen Fakt und Fiktion: Zeppeline in der Popkultur

Es ist wahrlich kein Zufall, dass dieser Blogbeitrag gerade heute erscheint. Immerhin ist der 6. Mai einer der wohl bekanntesten Jahrestage in der Geschichte der Luftschifffahrt. Denn heute vor genau 82 Jahren kamen insgesamt 22 Besatzungsmitglieder, 13 Passagiere und ein Mitglied der amerikanischen Haltemannschaft beim Unglück von Lakehurst ums Leben, welches schlussendlich das Ende der damaligen (Passagier-)Luftschifffahrt einläutete. Wir alle haben die Bilder im Kopf, kennen die Geschichte.

Oder?

Eine „Vergnügungsreise in Licht und Sonne“ – Die Orientfahrt (25. bis 28. März 1929) der Graf Zeppelin

Ein kalter Nordostwind pfiff am Abend des 24. März 1929 um die Luftschiffhalle in Friedrichshafen. Frierend in ihre Pelzmäntel gehüllt standen die Passagiere in der kalten Zugluft und warteten auf die Aufforderung zum Einsteigen. Unter ihnen sah man Hella Brandenstein-Zeppelin, die Tochter des Grafen Zeppelin, verschiedene einflussreiche Regierungsbeamte aus Berlin wie den Reichstagspräsidenten Paul Löbe, den Verkehrsminister Theodor von Guérard und den Staatssekretär der Deutschen Reichspost Karl Sauter, sodann den württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz und schließlich einige Journalisten größerer Blätter. Zu letzteren gehörten Lady Grace Drummond-Hay und Karl von Wiegand, die für den amerikanischen Zeitungsriesen Hearst arbeiteten und schon die erste Nordamerikafahrt des Graf Zeppelin im Herbst 1928 mitgemacht hatten.

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