LZ 127

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Eine „Vergnügungsreise in Licht und Sonne“ – Die Orientfahrt (25. bis 28. März 1929) der Graf Zeppelin

Ein kalter Nordostwind pfiff am Abend des 24. März 1929 um die Luftschiffhalle in Friedrichshafen. Frierend in ihre Pelzmäntel gehüllt standen die Passagiere in der kalten Zugluft und warteten auf die Aufforderung zum Einsteigen. Unter ihnen sah man Hella Brandenstein-Zeppelin, die Tochter des Grafen Zeppelin, verschiedene einflussreiche Regierungsbeamte aus Berlin wie den Reichstagspräsidenten Paul Löbe, den Verkehrsminister Theodor von Guérard und den Staatssekretär der Deutschen Reichspost Karl Sauter, sodann den württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz und schließlich einige Journalisten größerer Blätter. Zu letzteren gehörten Lady Grace Drummond-Hay und Karl von Wiegand, die für den amerikanischen Zeitungsriesen Hearst arbeiteten und schon die erste Nordamerikafahrt des Graf Zeppelin im Herbst 1928 mitgemacht hatten.

Die Moderne im Zeppelin

Die LZ 127 Graf Zeppelin war das erfolgreichste Luftschiff im transatlantischen Verkehr. Mit über 590 unfallfreien Fahrten, knapp 1,7 Millionen gefahrenen Kilometern und insgesamt 34.000 Passagieren, war es zudem am längsten dauerhaft im Einsatz und fuhr unfallfrei bis zu seiner Verschrottung im Jahr 1940. Seine Kabinen und Gesellschaftsräume gestaltete Bernhard Pankok aber eigenartigerweise in „wohnlicher Atmosphäre“ mit Blümchentapeten, Brokatvorhängen und Polstermöbeln. Ein denkbar starker Kontrast und aus heutiger Perspektive kaum nachvollziehbar, bedenkt man diese avantgardistische Pionierleistung.

Green Turtle with Madeira

Heute ist Welt-Schildkröten-Tag und obwohl viele Schildkrötenarten seit Mitte der 1970er unter Schutz gestellt worden sind, landen jährlich immer viele hundert Millionen davon in den globalen Kochtöpfen. Auch bei den Zeppelin-Luftschiffern war das nicht anders.

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