Friedrichshafen

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Mit Wopsie und Klebepunkten – die Vermittlung von „Vernetzung der Welt“

Am Sonntag, 3.11., endete im Zeppelin Museum die Ausstellung Vernetzung der Welt. Pionierfahrten und Luftverkehr über den Atlantik, die sich mit der ersten Atlantiküberquerung eines britischen Luftschiffs im Jahr 1919 befasste und in diesem Zusammenhang die generelle Entwicklung des Luftverkehrs beleuchtete. Zur Ausstellung fand ein umfangreiches Begleitprogramm statt, aber auch in der Ausstellung selbst waren partizipative Formate zu finden. Der folgende Text stellt die im Rahmen der Ausstellung präsentierten Formate und die Reaktionen der Besucher*innen vor. Wir möchten die Vor- und Nachteile der jeweiligen Projekte identifizieren, um die Erfahrungen für zukünftige Ausstellungen zu nutzen. Von Beginn an kam der Frage nach Möglichkeiten der direkten und aktiven Einbeziehung der Besuchenden ein hoher Stellenwert zu. Diese sollten unmittelbar auf die Ausstellung reagieren, ihre Meinung äußern und Eindrücke weitergeben können. Auch Kinder sollten in Form eines Mitmachangebots angesprochen werden. Das sicherlich räumlich präsenteste Format war die interaktive Weltkarte im hinteren Bereich des Ausstellungsraums.…

VOR 120 JAHREN: Zweiter und dritter Aufstieg des ersten Zeppelin-Luftschiffes LZ 1

Nach dem ersten Aufstieg des LZ 1, der sehr erfolgreich verlaufen war (wir berichteten), wurden am Luftschiff einige technische Veränderungen vorgenommen, die aus den gemachten Erfahrungen resultierten. Am 24. September 1900 waren die Arbeiten abgeschlossen. Das Luftschiff wurde mit Brennstoff und Ballast versorgt, die Wasserstofffüllung sollte am nächsten Tag stattfinden. Doch in der darauffolgenden Nacht geschah ein Unglück, welches Hugo Kübler in seinem Bericht an die „Gesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt“ beschreibt:

Jüdisches Leben in Friedrichshafen: Kein Unrecht – oder nur keine Überlieferung?

Das Zeppelin Museum hat Jürgen Oellers, Leiter des Stadtarchivs Friedrichshafen, gebeten, über jüdisches Leben in Friedrichshafen zu berichten. Er ist dafür tief in die Geschichte eingestiegen, hat nach den ersten Wurzeln des Judentums am Bodensee gesucht und ist dabei auf interessante Quellen gestoßen. Darüber hinaus beleuchtet er den Antisemitismus der Region und die tragischen Schicksale jüdischer Mitbürger*innen während des Nationalsozialismus. Der Untertitel „Kein Unrecht – oder nur keine Überlieferung?“ deutet dabei bereits an, dass Jürgen Oellers ein zu Unrecht wenig präsentes Thema herausgearbeitet hat. Juden in Buchhorn und Friedrichshafen – von der Antike bis zur Frühen Neuzeit Eine jüdische Besiedlung am Bodensee gab es schon vor dem Einfall germanischer Völker. Wahrscheinlich bereits unter den Römern siedelten sich Jüdinnen und Juden am See an; leider schweigen sich die Quellen darüber aus. Im Mittelalter verliehen aufstrebende territoriale Mächte, allen voran die Reichs- und Rheinstädte, den bis dahin kaum in Erscheinung tretenden Jüdinnen…

Luftschrauben rasten in die Tiefe…Große Fahrt des Z III (LZ 6) zum Kaiser nach Berlin Ende August 1909 – Teil 1

Ende August 1909 unternahm Graf Zeppelin seinen zweiten Versuch, mit einem Luftschiff den Kaiser in Berlin zu besuchen und zu beeindrucken. Sein erster Versuch mit dem Luftschiff Z II (LZ 5) war einige Wochen zuvor in Bitterfeld geendet und Z II inzwischen ans Militär nach Köln abgeliefert worden (wir berichteten).

Aber noch war das Luftschiff Z III (LZ 6) nicht startklar und in Manzell gab es noch jede Menge zu tun. Außerdem konnte Z III im Vergleich mit seinem Vorgänger zahlreiche Innovationen aufweisen, die Kapitän Georg Hacker hier aufzählt:

Männliche Musen. Unser Geschenk zum Internationalen Frauentag

Als Bloggerin eines Musentempels, äh Museums, werde ich heute einmal über Musen schreiben. Generell wird es in diesem Jahr schwerpunktmäßig um Künstlerinnen und Künstlerfrauen gehen. Vor allem unbekanntere Künstlerinnen sollen im Fokus stehen.
Beginnen will ich aber mit berühmten Künstlerinnen und deren männlichen Musen. Nicht etwa, um die patriarchalische Herrschaftsstruktur zu bedienen und sogar bei den Musen den Männern den Vortritt zu lassen, sondern als Geschenk für alle Leserinnen zum Internationalen Frauentag. Vielleicht inspiriert das ja den einen oder anderen Leser, seine musisch begabte Partnerin zu unterstützen. 😉

Was kennzeichnet die ideale Muse? Welche Aufgaben hat sie? Wie wird ihre Arbeit gewürdigt? Was ist ihre Motivation?

Zeppeliner im Japanfieber

Am nächsten Tag war die gesamte Besatzung des LZ 127 zum Mittagessen in das Offizierskasino eingeladen worden. Neben zahlreichen japanischen Offizieren nahm daran auch ein japanischer Admiral teil. ‚Albert Sammt erinnert sich: „Mir gegenüber saß Dr. Eckener und neben ihm der Admiral. Neben den japanischen Eßstäbchen hatte man uns auch europäisches Besteck, also Messer, Löffel, Gabel, vorgelegt. Wir versuchten natürlich mit den Stäbchen zu essen, was mehr oder weniger gelang. (…) Da die Japaner (…) ihre Stäbchen benützen, werden Speisen wie Fleisch und Gemüse in kleine Streifen geschnitten serviert. Ich dachte mir: ‚Aha, daher kommt wohl das Gerücht, daß die Japaner Regenwürmer essen!‘ – so sah das nämlich wirklich aus. Der Admiral hat natürlich seine Stäbchen wunderbar gehandhabt, er hat selbst die glitschigsten Nudeln zwanzig bis dreißig Zentimeter aus dem Teller gehoben und dann in den Mund gesaugt. Das funktionierte hervorragend, hat aber geschmatzt und geschlürft. Auf einmal sagte Dr.…

Ein Pferd rast…

Nachdem Max Geisenheyner das Luftschiff gelenkt hatte, war er völlig erschöpft. Doch ließ er sich von Knut Eckener noch den vor Erschütterungen sicheren Kreiselkompass zeigen, bevor er in seiner Kabine verschwand und vorsichtig die wackelige Aluminiumleiter hinaufstieg, um seinen Kabinengenossen Kauder nicht zu wecken. In der Zwischenzeit hatte LZ 127 den Fluss Jenissej erreicht. Die Zeppeliner suchten den kleinen Ort Imbatsk, der ihnen als Wetterstation bekannt war. Sie waren unsicher, ob Imbatsk südlich oder nördlich von ihrer aktuellen Position aus lag. Hugo Eckener entschied, entlang des Flusses nach Norden zu fahren. Er erinnert sich an eine Zwischenfall: „Wir fuhren also über dem majestätischen Fluß nach Norden zu, und in der Tat sahen wir dann nach einer kleinen Viertelstunde die Station nahe vor uns liegen. Es war ein ärmliches kleines Dorf von vielleicht 25 – 30 Hütten. (…) Wenn Imbatsk 25 Hütten hatte, als wir es erreichten, hatte es nur noch…

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