Gastautor

10 Posts Back Home
Unter diesem Account werden spannende Blogtexte unserer Gastautoren gepostet. Informationen zu den Autoren findet Ihr unter den jeweiligen Beiträgen.

Mit Wopsie und Klebepunkten – die Vermittlung von „Vernetzung der Welt“

Am Sonntag, 3.11., endete im Zeppelin Museum die Ausstellung Vernetzung der Welt. Pionierfahrten und Luftverkehr über den Atlantik, die sich mit der ersten Atlantiküberquerung eines britischen Luftschiffs im Jahr 1919 befasste und in diesem Zusammenhang die generelle Entwicklung des Luftverkehrs beleuchtete. Zur Ausstellung fand ein umfangreiches Begleitprogramm statt, aber auch in der Ausstellung selbst waren partizipative Formate zu finden. Der folgende Text stellt die im Rahmen der Ausstellung präsentierten Formate und die Reaktionen der Besucher*innen vor. Wir möchten die Vor- und Nachteile der jeweiligen Projekte identifizieren, um die Erfahrungen für zukünftige Ausstellungen zu nutzen. Von Beginn an kam der Frage nach Möglichkeiten der direkten und aktiven Einbeziehung der Besuchenden ein hoher Stellenwert zu. Diese sollten unmittelbar auf die Ausstellung reagieren, ihre Meinung äußern und Eindrücke weitergeben können. Auch Kinder sollten in Form eines Mitmachangebots angesprochen werden. Das sicherlich räumlich präsenteste Format war die interaktive Weltkarte im hinteren Bereich des Ausstellungsraums.…

Jüdisches Leben in Friedrichshafen: Kein Unrecht – oder nur keine Überlieferung?

Das Zeppelin Museum hat Jürgen Oellers, Leiter des Stadtarchivs Friedrichshafen, gebeten, über jüdisches Leben in Friedrichshafen zu berichten. Er ist dafür tief in die Geschichte eingestiegen, hat nach den ersten Wurzeln des Judentums am Bodensee gesucht und ist dabei auf interessante Quellen gestoßen. Darüber hinaus beleuchtet er den Antisemitismus der Region und die tragischen Schicksale jüdischer Mitbürger*innen während des Nationalsozialismus. Der Untertitel „Kein Unrecht – oder nur keine Überlieferung?“ deutet dabei bereits an, dass Jürgen Oellers ein zu Unrecht wenig präsentes Thema herausgearbeitet hat. Juden in Buchhorn und Friedrichshafen – von der Antike bis zur Frühen Neuzeit Eine jüdische Besiedlung am Bodensee gab es schon vor dem Einfall germanischer Völker. Wahrscheinlich bereits unter den Römern siedelten sich Jüdinnen und Juden am See an; leider schweigen sich die Quellen darüber aus. Im Mittelalter verliehen aufstrebende territoriale Mächte, allen voran die Reichs- und Rheinstädte, den bis dahin kaum in Erscheinung tretenden Jüdinnen…

Emmy La Quiante „Die Erste“ geprüfte Ballonführerin der Welt

Die dritte im Bunde unserer Ballonfahrerinnen hat es mir nicht leicht gemacht! Als „Erste“ wollte ich sie unbedingt mit vorstellen.

Denn die „Erste“ war ein Attribut, mit dem Zeitschriften Anfang des 20. Jahrhunderts öfters Frauen vorstellten, welche in ihren Bereichen Pionierinnen, ja eben, „die Erste“, waren. Das konnte eine Professorin, eine Ärztin, eine Richterin oder auch eine Maurerin sein. Und Emmy La Quiante war anscheinend sogar die erste geprüfte Ballonführerin der Welt!

Pionierinnen der Lüfte

Sie waren der neuen Technik aufgeschlossen, mutig, abenteuerlustig und – Frauen! Dem damaligen Frauenbild als treusorgende Gattin, Mutter und „schwaches Geschlecht“ entsprachen sie nicht. Schon deshalb kann man nicht nur ihre Abenteuerlust bewundern, sondern auch ihren Mut, Konventionen zu sprengen.

Schattenblüte. Die Fotokünstlerin Irm Schoffers

Die neue Aufmerksamkeit, die der Fotokünstlerin Marta Hoepffner unter anderem durch die aktuelle Ausstellung „Wege in die Abstraktion. Marta Hoeffner und Willi Baumeister“ (29.11.2019 – 1.11.2020) im Zeppelin Museum zuteil wird, kann den Blick auf Irm Schoffers verdecken. Irm Schoffers war Marta Hoepffners Lebenspartnerin und zum Teil auch ihre Muse, aber sie war vor allem eine Künstlerin die über zweieinhalb Jahrzehnte hinweg ein eigenständiges Oeuvre geschaffen hat.

Eine „Vergnügungsreise in Licht und Sonne“ – Die Orientfahrt (25. bis 28. März 1929) der Graf Zeppelin

Ein kalter Nordostwind pfiff am Abend des 24. März 1929 um die Luftschiffhalle in Friedrichshafen. Frierend in ihre Pelzmäntel gehüllt standen die Passagiere in der kalten Zugluft und warteten auf die Aufforderung zum Einsteigen. Unter ihnen sah man Hella Brandenstein-Zeppelin, die Tochter des Grafen Zeppelin, verschiedene einflussreiche Regierungsbeamte aus Berlin wie den Reichstagspräsidenten Paul Löbe, den Verkehrsminister Theodor von Guérard und den Staatssekretär der Deutschen Reichspost Karl Sauter, sodann den württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz und schließlich einige Journalisten größerer Blätter. Zu letzteren gehörten Lady Grace Drummond-Hay und Karl von Wiegand, die für den amerikanischen Zeitungsriesen Hearst arbeiteten und schon die erste Nordamerikafahrt des Graf Zeppelin im Herbst 1928 mitgemacht hatten.

Navigate