Generationen im Museum

Kinder und Senior*innen gestalten Bilderbücher

Wie ermöglichen wir einen generationenübergreifenden Dialog und führen Häfler*innen unterschiedlichen Alters im Museum zusammen? Dieser Aufgabe widmete sich das Projekt Generationen im Museum. Entstanden sind vier Kinderbücher.

Der generationenübergreifende Austausch stand für Antje Mayer und Susanne Nikeleit (wiss. Mitarbeiterinnen Diskurs und Öffentlichkeit) bei diesem Projekt im Vordergrund. Im Rahmen der Ausstellung Beziehungsstatus: Offen. Kunst und Literatur am Bodensee, sollte ein gemeinsames Schreib-und-Mal-Projekt für Häfler*innen verschiedensten Alters realisiert werden. Dazu wurden die Seniorenwohngemeinschaft im Allmand Carré der BruderhausDiakonie in Friedrichshafen sowie vier lokale Kindergärten eingebunden.

Die Senior*innen machten den ersten Schritt und entwickelten kindertaugliche Geschichten im Kontext unserer Ausstellungen, welche die Kindergartenkinder mit eigenen Zeichnungen untermalten. Die aus dieser Zusammenarbeit entstandenen Bilder und Texte fügten wir in vier Kinderbüchern zusammen.

In diesem Artikel haben wir alle vier Bücher sowie Berichte der Autor*innen versammelt.


Die Abenteuer von Pupsie und Wopsie: Wopsie als Kapitän

von Barbara Denis und den Vorschulkindern des Kindergarten St. Maria Jettenhausen

„Erst mal finde ich es ganz toll, was das Zeppelin Museum mit dem Buchprojekt da auf die Beine gestellt hat. Die Kinder hatten vorab angegeben, über was sie gerne Geschichten hören. Das waren unter anderem Prinzessinnen, Superhelden, Katzen, Hasen, Stinktiere und vieles mehr. So habe ich mich für Katze und Stinktier entschieden. Und weil die Idee mit dem Buch vom Zeppelin Museum kam, habe ich mir eine Geschichte von der Katze Wopsie ausgedacht. Denn die hat es wirklich mal gegeben.
Beim Schreiben hatte ich dann viel Spaß und war auf die Bilder der Vorschulkinder zu meiner Geschichte gespannt.
Als dann die Einladung zur Präsentation und Übergabe der Bücher im Museum kam, konnte ich es kaum erwarten. Endlich war es soweit: Ich hatte die Gelegenheit die fünf Künstler*innen aus dem St. Maria Kindergarten kennenzulernen. Das war echt aufregend und spannend.
Gemeinsam mit Ulrike Jaiser (Mitarbeiterin Führungsbuchung) schauten wir uns die Bilder an und dann durfte ich den aufmerksamen Zuhörern*innen meine Geschichte vorlesen. 
Es war ein tolles Erlebnis, als wir dann unsere Bücher von Antje Mayer (wiss. Mitarbeiterin Diskurs & Öffentlichkeit) ausgehändigt bekamen. Und die Presse war auch noch da…wow…was für ein Tag.
Bald werde ich meine Enkel (9 und 6 Jahre alt) treffen, die sind auch schon sehr auf Omas Buch gespannt.

Gerne würde ich meine Geschichte den anderen Kindern im St. Maria Kindergarten noch vorlesen und vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung von den Abenteuern mit Wopsie und Pupsie.“

Barbara Denis

Antje Mayer (wiss. Mitarbeiterin Diskurs & Öffentlichkeit) präsentiert die Bilder, Barbara Denis (v.l.n.r.) liest die Geschichte von Wopsie und Pupsie.

Grüne Monster im Baggersee

von Lieselotte Schneider und den Vorschuldkindern der Kindertagesstätte Habakuk

„Große Freude empfand ich, als ich die Einladung ins Zeppelin Museum erhielt. Ich war wirklich gespannt, was die Kinder für Vorstellungen hatten, um interessante Bilder zu meiner Geschichte zu malen: Monster im Baggersee!

Natürlich war allen klar, dass solch ein Projekt einer sorgfältigen Planung bedarf, sprich viel Arbeit. Am 22. Juni ging ich erwartungsvoll Richtung Museum und was sah ich? Ein kleiner „Lindwurm“ von kleinen Kindern, gelb bemützt, händchenhaltend zum Museum eilen. Ein richtig fröhlicher erster Eindruck! Caroline Bucher (Bruderhaus Diakonie) und ich erhielten die Kinder vom Kinderhaus Habakuk zugeteilt. Habakuk sei ein Prophet im Alten Testament, erfuhr ich von Frau Bucher nebenbei. Ja, und dann saßen wir uns gegenüber und konnten uns erstmals neugierig anschauen, denn ein erstes Treffen konnte ja wegen Corona leider nicht stattfinden. Schließlich durfte ich meine Geschichte vorlesen. In der Aufregung war ich etwas zu schnell und Frau Bucher bremste mich mit dem Ruf „Langsamer bitte, ich komm mit dem Umblättern nicht nach!“ Der Junge Henri hatte auf seinem T-Schirt ein prächtiges Krokodil, das zu der kleinen Geschichte vortrefflich passte. Stolz zeigte er es den anderen. Wir hatten keinen Besuch der „Schwäbischen Zeitung“ und deshalb werden wir vermutlich nicht so berühmt, wie der Kindergarten Jettenhausen. Aber egal. Das Buch des Kinderhauses Habakuk finde ich wirklich eindrucksvoll und wunderschön. Und die Kinder, die ihr Buch so bunt und interessant gestaltet haben, sind sehr sehr liebenswert! Ich war begeistert.“

Lieselotte Schneider

Antje Mayer (wiss. Mitarbeiterin Diskurs & Öffentlichkeit), Caroline Bucher (Bruderhaus Diakonie / Allmand Carré) und Autorin Lieselotte Schneider (v.l.n.r.)

Igel-Kinder

von Jürgen Meyer und den Vorschulkindern des Familienzentrums Johannes Brenz

„Vor der Präsentation des Projekts „Generationen im Museum“ war ich sehr aufgeregt und angespannt. Meine zwei Kinder sind mittlerweile erwachsen und ich bin erst vor kurzem Opa geworden und musste mich erst wieder daran gewöhnen, mit so kleinen Kindern umzugehen. Die Anspannung hat sofort nachgelassen, als die Kindergartengruppen zusammen mit ihren Erzieherinnen eingetroffen sind. Sie waren souverän, unaufgeregt, ruhig, aber sehr neugierig.
Beim Vorlesen der Geschichten mitten in den Ausstellungsräumen des Museums waren sie mucksmäuschenstill und haben ganz konzentriert zugehört. Richtig stolz waren sie, als ihre gemalten Bilder zu den Geschichten gezeigt wurden.
Leider konnte meine Gruppe zu den Igel-Kindern nicht teilnehmen und ihre Bilder bewundern. Ich konnte meine Geschichte aber in einer anderen Gruppe und zum Schluss allen vorlesen.
Hoffentlich wird das Projekt weiter fortgesetzt. Vielleicht wird ja Mal eine größere Sonderausstellung daraus. Ich habe schon die fertige Kurzgeschichte „Seehasenfest“ und noch eine Idee zu einer längeren Geschichte aus meiner Kindheit. Gespannt bin ich auf eine Fortsetzung von den Geschichten von Wopsie und Pupsie.

Recht herzlichen Dank an das Team des Zeppelin Museums, das mit viel Engagement das Alles ermöglicht hat.“

Jürgen Meyer

Die Autor*innen Norbert Meyer, Lieselotte Schneider, Barbara Denis und Ursula Petrat (v.l.n.r.) mit den fertigen Bilderbüchern.

Das Fahrrad ohne Reifen

von Ursula Petrat und den Kindern des Kindergarten St. Antonius

„Zunächst vielen Dank an Caroline Bucher von der Bruderhaus Diakonie: Sie hat mich erst auf dieses tolle Projekt aufmerksam gemacht.

Zunächst war ich skeptisch, ob ich etwas dazu beitragen kann. Als ich dann aber weiter darüber nachdachte, fiel mir dann doch die ein oder andere Geschichte aus meinem Leben ein, die aus meiner Sicht für das Projekt passen könnte. Es standen zwei Geschichten je Autor*in zur Auswahl. Bei mir wurde die Geschichte „Das Fahrrad ohne Reifen“ ausgewählt. Darüber habe ich mich bereits sehr gefreut. Ich war aber auch sehr gespannt darauf, wie die Kinder die Geschichte mit Bildern bereichern würden.
Das Ergebnis wurde uns bei einem Besuch im Zeppelin Museum präsentiert. Kinder und Autor*innen saßen sich zunächst schüchtern gegenüber. Nach einer Vorstellungsrunde bekamen wir die Bücher überreicht. Es war ein schönes Gefühl und ich war überrascht von den tollen Bildern, die die Kinder zu meiner Erzählung gemalt hatten: Ich fühlte mich direkt in die Zeit damals zurückversetzt! Die Kinder haben mich sogar in den Kindergarten zum weiteren Kennenlernen eingeladen – auch darauf freue mich bereits.

Eine tolle Zusammenarbeit zwischen dem Zeppelin Museum, dem Kindergarten St. Antonius, der Bruderhaus Diakonie und dem Allmand Carré, um Generationen zu verbinden – es hat mich sehr gefreut, teilnehmen zu dürfen.“

Ursula Petrat 

Autorin Ursula Petrat präsentiert mit Susanne Nikeleit (wiss. Mitarbeiterin Diskurs & Öffentlichkeit) (v.l.n.r.) die Geschichte „Das Fahrrad ohne Reifen“.

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