Das Heeresluftschiff Z III

Am 25. April 1912 fuhr das Heeresluftschiff Z III / LZ 12 zum ersten Mal.

Standorte: Friedrichshafen, Hamburg, Frankfurt-Rebstock, Baden-Oos, Gotha, Metz

Technische Daten:

Länge140 m
Größter Durchmesser14 m
Anzahl der Zellen17
Traggas-Volumen17.800 m³
Statische Steighöhe2.450 m
Motoren3 Maybach
Leistung pro Motor145 PS
Geschwindigkeit75,6 km/h
Reichweite1.600 km
Gondeln/Propeller2/4
Blick aus der Luftschiffhalle von Friedrichshafen auf das Heck von LZ 12

In der Akte LZA 04/ 0276 aus dem Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH über das Heeresluftschiff LZ 12 / Z III befindet sich ein Vertrag, in dem die “Bedingungen zur Lieferung eines Luftschiffes vom Luftschiffbau Zeppelin G.m.b.H. Friedrichshafen an das Königl. Preuß. Kriegsministerium in Berlin.“

Die Luftschiffbau Zeppelin GmbH hatte sich verpflichtet, „ein in allen Teilen gebrauchsfertiges und fahrtüchtiges Luftschiff mit den nachstehenden, im Einzelnen bezeichneten Zubehörteilen und Eigenschaften, und die in der Anlage aufgeführten Teile, deren Mitführung bei bestimmten Zwecken einer Fahrt notwendig werden kann, zu liefern. Alle Organe des Schiffes müssen neu und noch nicht in anderen Schiffen verwendet gewesen sein.“

Gruppenaufnahme vor der Gondel des LZ 12 (21 Männer)

Folgende Punkte sind im Vertrag aufgeführt: Größe und Form des Schiffes, Nutzlast des Schiffes, die Marschgeschwindigkeit, die Betriebssicherheit, Höhensteuerung, der Stoff der Gaszellen, innere Verankerung, Funkstation, Mittelraum, Beobachtungsstand, Lieferung.

Gondel mit Girlanden und einem Schild zur 100. Fahrt in Metz geschmückt

Im Vertrag befindet sich auch ein neunseitiges Verzeichnis der zum Luftschiff gehörenden Gegenstände. Eine anschauliche Auswahl findet ihr hier:

  1. Verankerung: drei Federtaue, vier Pfähle aus Stahl, ein Wasseranker, zwei Erdanker und drei Erdbohrer.
  2. Werkzeuge und Hilfsmaterialien: ein Satz Werkzeug für jede Gondel, ein Rohr zum Eindrehen der Erdbohrer, zehn Landungsballastsäcke, zwölf Landungsballasteimer, zwei A-Haken zum Füllen der Ballasthosen, zwei Handleinen je 100 m lang, eine Holzrolle zum Tauaufwickeln, ein Vorschlaghammer, ein Handhammer, ein Meißel, ein Hebeeisen, eine Bogensäge, eine Sägefeile, eine Handsäge, zwei Spaten, ein Pickel, eine Axt und ein Handbeil.
  3. Navigationsinstrumente: fünfzig Barographenstreifen, ein Barograph, eine Gondeluhr, ein Neigungsmesser, ein Gondelthermometer und ein Ballonthermometer ein Trockenkompass mit elektrischer Beleuchtung, eine Peilscheibe, eine astronomische Uhr nach Greenich, ein Ballonsextant, ein Prismenglas, ein Nachtglas, ein paar Kompassdreiecke, ein Parallellineal, ein Zirkel, Gummi, Bleistift, ein Kilometermesser, ein nautisches Jahrbuch, eine Logarithmentafel, eine Lupe, zwei Landungsflaggen – eine rot und eine in Weiß, vier Winkflaggen und ein Sprachrohr.
  4. Beleuchtungsgegenstände: zwölf Ersatzbatterien für Taschenlampen, sechs Ersatzbirnen, zwei Lampen beweglich für Kartentisch, eine Sicherheitslampe, zwölf Taschenlampen.
  5. Verschiedenes: 5 qm Ballonstoff, 1 Knäuel Bindfaden, eine Büchse Gummilösung, zwei qm äußerer Hüllenstoff, zwei Rollen Zwirn, eine Schere, zwölf Sicherheitsnadeln, eine Rolle Isolierband, Steuerdraht für Seiten- und Höhensteuer, sechs Löschdecken, flammensicher, drei Löschapparate, ein Verbandszeug-Kasten.
  6. Reserveteile für die Motoren: Kolbenringe, Kolbenstange, Ventilfedern, Zylinder, Zündkerzen, Dichtungsringe, Steuerräder, ein Satz Schrauben und Muttern etc.
  7. Ersatzteile und Materialien: drei Überdruckventile, eine Normalzelle, ein Wendelgetriebe, eine Rohrwelle, zwei Zahnräder, ein Puffer für die Gondel, ein Auspuffrohr, zwölf Dichtungsringe, zwei Filter für Öl und Benzin, vier Kolben mit Bolzen und Nieten, Metallbänder, eine Ölpumpe und eine Benzinpumpe, zwei Saugventile, eine Steuerwelle, zwei Steuerräder, ein Stirnrad, Schwimmer, zwei Thermometer für Kühlwasser, Ventile und Ventilersatzteile, Vergasergehäuse, zwei Wasserpumpen, 24 Zündkerzen, sechs Landungstaue und zwei Wurfleinen, zwölf Batterien zu den Motorlampen, sechs Füllungen für die Feuerlöschapparate, ein Ballastbuch, zwölf Notizblöcke, 20 Spannschrauben, 20 Querträger div., 20 Längsträger und fünf Pakete Aluminiumnieten, fünf Tafeln Aluminiumblech, 1.000 verschiedene Streben, eine Muffe, 100 qm doppelt gummierter Ballonstoff, zehn Rollen Klebstreifen, 300 laufende Meter äußerer Hüllenstoff, wasserdicht, fünf kg Imprägnierungspulver für flammensichere Hüllen, 15.000 Ösen, 10.000 Ringe, vier Rollen Isolierband, 24 Nadeln, 20 Rollen Zwirn, zwei Gerippeleitern und zwei Landeflaggen, eine Benzinpumpe mit Schlauch.

Das Luftschiff kostete das Heer damals 575.000 Mark. Wer sich den heutigen Preis ausrechnen möchte: 1 Mark entsprach 1913 ungefähr 5.70 €.

Am 1.8.1914, da veraltet, wurde Z III / LZ 12 abgewrackt.

LZ 12 (Z III) während der 100. Fahrt in Metz; Nummer „100“ backbords auf dem Luftschiff abgebildet

2 Antworten auf „Das Heeresluftschiff Z III“

  1. Datum des Tages
    25.04.2022
    Wert in Euro: 3.277.500 € 1913 + historische Wertsteigerung in 109 Jahren sofern nicht abgewrackt vor Ort machen das Luftschiff heute unbezahlbar und unverkäuflich.

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