Über das Fehlen und neu Dazukommen | Teil 1

Mit dem Monat Mai kamen dieses Jahr nicht nur zwei neue Wechselausstellungen ins Museum, sondern auch zwei spannende und fortschrittliche Ausstellungsdesigns, die Kunst und Technik noch einmal ganz anders erlebbar machen.

Kennt man bisher das Bild als ein an der Wand befestigtes Objekt, bekommt man in „Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand“ an freistehenden, offenen Wänden im Kontext der Provenienzforschung einen Eindruck davon, wie so ein Gemälde eigentlich von der Rückseite aussieht und was sich dort so alles verbergen kann.

Die Ausstellung „Innovationen! Zukunft als Ziel“ geht auf eine andere Weise auf die BesucherInnen zu. Denn erstmals wird sie durch Brailleschrift für Sehbehinderte und durch in leichte Sprache übersetzte Wandtexte auch für Menschen mit Behinderung zugänglich. An der Vernissage übersetzt zudem eine Gebärdendolmetscherin.

Bedeutet der Aufbau einer neuen Ausstellung schon so eine Menge Arbeit, kommen und kamen in diesen Fall noch ein paar besondere Herausforderungen hinzu. Deshalb habe ich mich mal bei denen erkundigt, die dafür verantwortlich sind, dass aus einer Baustelle am Ende eine ansprechende Architektur im Raum entsteht.

Als erstes habe ich mich an Herrn Baur von der Baur Innenausbau GmbH gewandt, der bereits seit mehreren Jahren für die Installation großer Objekte und die Herstellung der Wände, Sockel und Aufsteller verantwortlich ist.

Herr Baur, ein schöner Rücken kann auch entzücken. Wie finden sie die Idee, von den Bildern nicht nur die Vorderseite, sondern auch die Bildrückseite auszustellen?
Auf der Rückseite verbergen sich interessante Details. Diese bleiben dem Betrachter meist verborgen. Ein Bild „umrunden“ zu können, war für mich neu.

Gehört das schon zu den skurrilen/komplexen Ausstellungsdesignen?
Skurril und komplex finde ich das Ausstellungskonzept nicht. Die Vorder- und Rückseite zu zeigen ist zwar nicht üblich, aber um die Herkunft nachvollziehen zu können, gibt es doch einige Hinweise auf der Rückseite. Deshalb sollte man diese auch zeigen.

Welche Ausstellung fanden Sie bisher am schwierigsten umzusetzen?
Bei einer Maybach-Ausstellung mussten riesige Leuchtkörper angefertigt und über den Fahrzeugen aufgehängt werden. Die Größe der Leuchtkörper (ca. 7m x 3m x 1m) war eine echte Herausforderung.

Bei „Innovationen!“ will die Ausstellung auch in Sachen Inklusion innovativ werden. Inwiefern stellt das in der praktischen Umsetzung eine Herausforderung dar?
In der praktischen Umsetzung ist die Anforderung für uns nicht höher. Die eigentliche Herausforderung liegt, meiner Ansicht nach, bei den Planern und Gestaltern.

Was ist für Sie DIE eine Innovation ohne die Sie nicht leben wollen würden?
„Diese EINE Innovation“ gibt es für mich nicht. Es gibt so viele Innovationen die das Leben angenehmer machen, aber eine ohne die ich nicht leben wollen würde…?

Fortsetzung folgt…


Julia Hänsler hat 2017 ihr Abitur in Wangen im Allgäu absolviert und danach neben zwei Monaten als Reisenomadin auf den Trampelpfaden dieser Welt, ihre Zeit mit verschiedenen Praktika verbracht. Zuletzt war sie von Mai bis Juni Praktikantin der Abteilung Kommunikation im Zeppelin Museum. Ab Herbst will sie ihrer Kreativität gerne entweder in einem Studium der Theater- und Medienwissenschaften oder im Fashionmanagement freien Lauf lassen.

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