Schwefelgelb. Lachsorange. Malvengrau. Lichtblau. Enzianblau.

Die Stuttgarter Designagentur i_dbuero hat ihren Fokus im kulturellen Bereich und arbeitet für unterschiedlichste Museen und Galerien des Landes. Zahlreiche internationale Awards belegen dabei den hohen Standard der Arbeiten, sei es bei Corporate Design, Plakatgestaltung oder auch Ausstellungsgestaltung. Das siebenköpfige Team gestaltet für das Zeppelin Museum sämtliche Kommunikationsmedien, vom Katalog über die Website bis hin zu Großbannern oder Programmheften. Stets entlang des Agenturmottos: i_deas. i_dentity. i_dealism.

OA Krimmel, Geschäftsführer vom i_dbuero hat uns Rede und Antwort gestanden, weshalb das Team so und nicht anders die Ausstellungsarchitektur für die neue Ausstellung »Max Ackermann: Der Motivsucher. 130 Werke zum 130. Geburtstag« gestaltet hat und warum es so viel Spaß macht, mit uns zu arbeiten. 😉

Die Ausstellung besticht durch seine Farbigkeit. Warum wurden gerade diese Farben ausgewählt? Und wie seht Ihr den Gegensatz zum recht rauen Boden?
Wenn man die Palette von Max Ackermann durchforscht, gibt es reichlich Auswahl an Farben aller Art. Doch fast immer sind sie sehr emotional und angenehm fürs Auge. Besonders eindrucksvoll fanden wir die virtuose Farbkomposition bei seinem Gemälde „Deutschland“. Die zeitlose Frische und Harmonie der dort eingesetzten Farbenvielfalt brachten uns auf die Idee, aus dieser Farbpalette unsere Ausstellungsfarben zu wählen. Denn dass es vielfarbig werden sollte, war uns von Anfang an klar – passend zum Werk von Max Ackermann.

Schwefelgelb. Lachsorange. Malvengrau. Lichtblau. Enzianblau. Und als neutraler Pol die Farbe Weiß. Dieser originäre Ackermannsche Farbklang führt nun durch Printmedien und durch die Ausstellung. Und er bildet im Raum einen angenehm weichen und deckenden Kontrast zu der roughen Struktur der Bodenfläche.

© i_dbuero

„Max Ackermann: Der Motivsucher“, so wird die Ausstellung heißen. Auch im Raumdesign spielt das eine große Rolle. Welche Idee steckt dahinter, den Schriftzug im Ausstellungsraum erlebbar zu machen?
Die Ausstellung zeigt einen Künstler, der stets auf der Suche war. Nach Motiven genauso wie nach Stilen. Wir schicken den Besucher ebenfalls auf eine Suche; zum einen nach den Motiven von Ackermann aber auch, quasi als roten Faden, nach Buchstaben in der Ausstellung. Und damit auf die Suche nach Details als auch nach dem Gesamtzusammenhang. Unserer Auffassung nach zwei ganz wichtige Bestandteile für eine gelungene Ausstellung.

Nun arbeitet Ihr schon länger mit dem Zeppelin Museum zusammen, zum ersten Mal gestaltet Ihr hier eine komplette Ausstellung. Was reizt Euch daran und wie seid Ihr an diese Aufgabe herangegangen?
Es sind ideale Bedingungen, wenn man vom Keyvisual, dem Katalog und den Plakaten bis zur Szenographie hin alles „aus einem Guss“ gestalten kann. Die Kraft der visuellen Idee kann sich am eindrucksvollsten entfalten, je mehr Bereiche integriert werden können. Wir haben im Zeppelin Museum sogar die Eingangssituation in den Wechselausstellungsraum neu inszeniert; denn auch das ist für uns ein ganz neuralgischer Punkt für die Rezeption einer Ausstellung.

Die Herangehensweise bei uns ist dreigleisig: Zum einen sehr individuell, da jeder Designer des Teams zuvorderst einen eigenen Ansatz entwickelt; zum anderen sehr fraktal, weil wir alles zum Thema sammeln, was uns begegnet oder verfügbar ist, um darin Inspiration zu finden. So habe ich zum Beispiel einen Meisterschüler von Max Ackermann besucht, der noch in Stuttgart lebt. Zum dritten ist unser Ansatz sehr offen, denn schlussendlich werden all diese Aspekte entschlackt, extrahiert, verworfen oder neu verknüpft und auch die Interaktion mit dem Zeppelin Museum sorgt für neue und wichtige Impulse. Lauter Bestandteile die sich schlussendlich mit viel Arbeit und Herzblut zum fertigen Konzept vereinigen. Danke daher an unser tolles Ackermann-Team: Jana Steffen und Carsten Güth sowie Nils Prenz. Und auch an das tolle Team des Zeppelin Museums, mit denen man sich wirklich gerne durch dick und dünn kämpft.


Texte von OA Krimmel.

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