Kurzbericht zur Fachtagung „Kultobjekte und Mythen im Museum“

Vom 22. bis 24 Juni 2017 fand im Zeppelin Museum die interdisziplinäre Fachtagung „Kultobjekte und Mythen im Museum“ statt.

Nach einer Führung durch die Ausstellung »Kult! Legenden, Stars und Bildikonen« bot der Abendvortrag von Dr. Tobia Bezzola (Direktor Museum Folkwang, Essen) über „Meisterwerk und Fetisch“ einen perfekten Einstieg in die Tagungsthematik. Schon am Abend zeigte sich die Diskussionsfreude der rund 30 aus ganz Deutschland und der Schweiz angereisten Tagungsgäste aus Museen, Dokumentationszentren und Archiven, die sich an den folgenden Tagen fortsetzte und zu einem sehr lebendigen Austausch zwischen den Disziplinen Kunst-, Technik- und Kulturgeschichte führte.

In den beiden Panels am Freitag wurde nach den einführenden Vorträgen der Referenten Dr. Friederike Seyfried (Direktorin Ägyptisches Museum und Papyrussammlung im Neuen Museum Berlin), Dr. Stephan Koja (Direktor der Gemäldesammlung Alte Meister, Dresden), Fanny Stoye (Provenienzforscherin Zeppelin Museum), sowie Prof. Dr. Jürgen Teichmann (Museumsdirektor i.R. Deutsches Museum, München) und Dr. Alexander Sigelen (Stv. Abteilungsleiter Sammlungen Technomuseum, Mannheim) über die Bedeutung von Kultobjekten in musealen Sammlungen debattiert. Über die Rolle der Museen für die Karriere eines Bildes oder einer Skulptur auf dem Weg zum Kultstatus wurde dabei ebenso gesprochen wie über Präsentationsformen, Inszenierungen und Zuschreibungen, die Objekte in Museen erfahren.

Am Samstag beschlossen die Beiträge von Dr. Martina Christmeier (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Nürnberg) und Dr. Sven Keller (Kurator Dokumentation Obersalzberg, Berchtesgaden) im Panel „Ungeliebte Mythen – die Ent-kultung von Orten“ die Tagung. Am Beispiel ihrer Häuser stellten die Referierenden u.a. Strategien im Umgang mit den „Orten der Täter“ zur Zeit des Nationalsozialismus vorgestellt und diskutiert. Der Erhalt und die Öffnung dieser Orte für Besucher, historische Vermittlungsarbeit und die Kontextualisierung von Objekten und Bildern trägt wesentlich zur Enttabuisierung und Entmystifizierung dieser Orte bei.


Sabine Mücke M.A., studierte u.a. Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Soziologie an der Universität Konstanz und an der Humboldt Universität zu Berlin, war wissenschaftliche Mitarbeiterin bei kulturgeschichtlichen Ausstellungen und Inventarisierungsprojekten, ist seit 2005 am Zeppelin Museum Friedrichshafen Ausstellungskoordinatorin und Kuratorin, seit 2009 auch Registrarin. Mitarbeit an zahlreichen Ausstellungsprojekten und bei der Neukonzeption des Museums 2010 – 2014.

Bilder: © Zeppelin Museum, Foto: Linda Kunnen

Kommentar schreiben

Navigate