Inklusion beginnt im Kopf!

„Ich konnte plötzlich nachempfinden, wie es meiner 91-jährigen Mutter geht und will künftig milder mit ihr umgehen und nicht mehr so ungeduldig sein“, sagte eine Museumsbesucherin, die mit GERT, dem gerontologischen Testanzug, unterwegs gewesen war.

Allein für diese Erkenntnis hat sich der Aktionstag schon gelohnt, der unter dem Motto „Handicap erleben“ am Freitag, 5. Mai 2017 erstmalig bei uns und im Museumsrestaurant stattgefunden hat. Offiziell heißt der Tag: „Europäischer Aktionstag zur Gleichstellung behinderter Menschen“ und soll für das Thema Behinderung sensibilisieren.

Kein Karneval
Interessierte konnten sich als behinderte Menschen „verkleiden“ und eine halbe Stunde lang das Museum mit Handicap erleben. Zur Auswahl standen Rollstühle, Simulationen von Blindheit, Sehbehinderung und Schwerhörigkeit oder GERT, der Testanzug, mit dem man in wenigen Minuten um viele Jahre altern kann.

Das Angebot richtete sich sowohl an Museumsgäste als auch an die Belegschaft des Museums und des Restaurants. Wer das Museum schon kannte, konnte während der Mittagspause im Restaurant beispielsweise versuchen, als blinder Mensch ein Menü zu essen.

Unterstützt wurde das Museum dabei vom gesamten Museums- und Restaurantteam und von externen Kooperationspartnern wie der Mobilitätstrainerin Jette Krause und dem Franziskuszentrum Friedrichshafen. Auch die Schwerbehindertenbeauftragten des Landkreises, der Stadt und der Stiftung Liebenau, Dorothea Horn, Freddy Pfleiderer und Josef Kessler, probierten sämtliche Simulationen aus und machten dabei neue Erfahrungen.

Ganzheitlich
Inklusion und Integration werden bei uns ganzheitlich gesehen. Es gibt zahlreiche Angebote für behinderte Menschen, aber auch sämtliche Informationen für Geflüchtete in Farsi, Arabisch oder Türkisch. Denn jede Zielgruppe hat spezifische Anforderungen an die Vermittlung.

Neben speziellen Führungen für blinde und sehbehinderte oder für demenziell eingeschränkte Menschen gibt es auch Gebärdensprache auf dem Display des Audioguides und bei gebuchten Führungen bezahlen unsere Freundeskreise die Gebärdendolmetscherin.

Das Fazit dieses Aktionstags: Wir sind hier im Zeppelin Museum schon ziemlich gut, was Inklusion anbelangt, aber wir können immer noch besser werden!


Bilder: © Zeppelin Museum, Foto: Kathrin Wurzer

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